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Drei Mülheim-DebütantInnen aus dem letzten Jahr berichten von ihren Erfahrungen mit den Theatertagen

Das hat Mülheim mir gegeben

30. Mai 2009.
Was ist eigentlich dran am Dramatikerschaulaufen in Mülheim? Dass für die Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek eine Einladung zu den Theatertagen eher einen kleinen Baustein in der Erfolgsvita ausmacht, versteht sich (sie hat immerhin schon ihrer zwölf). Dass man auch ohne das Vorspielen an der Ruhr erfolgreich als Theaterautor arbeiten kann, beweist der diesjährige Debütant Lutz Hübner (eingeladen mit seinem 30. Bühnenstück). Aber wie verhält es sich mit denjenigen DramatikerInnen, die noch am Anfang ihrer Karriere stehen?

Eine Einladung nach Mülheim sagt eher laut als leise: Du hast es geschafft; an dich wollen wir uns erinnern. Aber der eigentliche Härtetest erfolgt vor Ort. Ulrike Syha, jüngste der diesjährigen Wettbewerbsteilnehmer (Jahrgang 1976), wurde bei ihrem Mülheim-Debüt 2003 mit "Nomaden" so heftig angegangen, dass der erhoffte Karrieresprung eher zur Schubumkehr in die Krise wurde. Von einem "Trauma" sprach sie noch kürzlich in einem Interview mit Theater heute. Im diesjährigen, wenig kontroversen Publikumsgespräch zu "Privatleben" räumt sie dann sichtlich gelöst ein, die damalige Erfahrung "postdramatisch ausgeblendet" zu haben – sonst "hätte ich aufgehört zu schreiben".

Wir haben die Erfahrung von Ulrike Syha zum Anlass genommen, uns bei den Newcomern der letztjährigen Theatertage, einem Jahrgang mit starken jungen Stimmen, umzuhören. Laura de Weck musste seinerzeit für ihre (bereits bemerkenswert oft nachgespielten) "Lieblingsmenschen" einiges einstecken. Und von Philipp Löhles "Genannt Gospodin" zeigte sich ein Zuschauer im Nachgespräch gar "entsetzt" (in dieser Saison ist Löhle Hausautor am Berliner Maxim Gorki Theater und präsentierte auf dem Heidelberger Stückemarkt jüngst eine Werkschau). Felicia Zellers "Kaspar Häuser Meer" kam in Mülheim hingegen ausgesprochen gut an und gewann den Publikumspreis. Wie aber haben sie persönlich die Theatertage wahrgenommen? Was hat Mülheim ihnen gegeben? (chr/ape)


Laura de Weck

"Als ich in Mülheim war, musste ich immer wieder an die griechischen Tragödien-Wettbewerbe des 6 Jahrhunderts v. Chr. denken. Wie sich die ganze Polis in den Theatern versammelte, um sich die neusten Dramen lustvoll und kritisch anzusehen. Diese antike Atmosphäre konnte ich auch an der Ruhr erleben: Streitlust, Musik, Wettbewerb, Politik-Gesellschaft-Mensch, Verehrung von Wein und Fruchtbarkeit, Kampfgeist, Verteidigung, stille Preisrichter, laute Zuschauer, Festspiel, Empörung...

Die Mülheimer Theatertage waren für mich eine Feier für den Moment, weniger für die Zukunft."

Philipp Löhle

"Die Einladung nach Mülheim ist für einen jungen Dramatiker eine Ehre und eine Art Ritterschlag. Plötzlich ist man neben den Großen aufgereiht, und das ist schon ein tolles Gefühl. Außerdem gibt es dem Stück natürlich eine extreme Aufmerksamkeit, was sicherlich zu mehr Nachspielen führt als ohne Mülheim. Außerdem stand mein Name zum ersten mal im Videotext, und das ist ja das coolste Medium, wo gibt. Und zu guter Letzt: Ich mochte die Atmosphäre da, fand das Team, das Publikum (und dessen Fragen) und die Stadt (die haben da eine Camera Obscura) ganz interessant. Ich habe sogar die Jury-Diskussion im Raum verfolgt, was scheinbar eher unüblich, aber durchaus auszuhalten ist."

Felicia Zeller

"Ja (...) Mülheim. Was hat es mir gebracht. Nun (...) innerhalb weniger Monate verschwanden jegliche Geldprobleme, die mich in bis dato achtzehn Jahren Studium und Schriftstellerei treu begleitet haben. Die Geldsorgen verschwanden, obwohl ich "nur" den undotierten (und ich sehe, er ist dieses Jahr auch nicht aufgestockt worden!) Publikumspreis zugesprochen bekommen habe. Ja! Das Publikum hat sicher nicht geahnt, welche Wohltat es mir da zufügt, indem es sein HAT MIR GEFALLEN-Kreuzchen bei "Kaspar Häuser Meer" (großartig inszeniert von Marcus Lobbes, ebenso gespielt von Bettina Grahs, Britta Hammelstein, Rebecca Klingendorf / Theater Freiburg) kreuzt! Tausend Dank! Und sowieso: Gute Wahl! Unter uns: Hätte ich auch gewählt.

Siebzehn Theater spielen oder werden "Kaspar Häuser Meer" demnächst nachspielen (siehe Liste!). Eigentlich wollte ich auch nur die Liste senden, eben mit der weihnachtlichen Überschrift DAS HAT MÜLHEIM MIR GEBRACHT:

(UA 20.1.08 Theater Freiburg)
3.10.08 Münchner Kammerspiele
27.11.08 Theater unterm Dach, Berlin
ÖEA 14.12.08 Burgtheater, Wien
26.2.09 Maxim Gorki Theater, Berlin (Übernahme der Freiburger Produktion)
27.2.09 Deutsches Theater in Göttingen
8.3.09 Saarländisches Staatstheater
19.4.09 Theater KOSMOS, Bregenz
29.4.09 Staatstheater Oldenburg
13.6.09 Staatstheater Braunschweig
24.6.09 theater rampe stuttgart
7.11.09 Landesbühnen Sachsen, Radebeul
27.11.09 Schlosstheater Celle
17.1.10 Vereinigte Städtische Bühnen Krefeld/Mönchengladbach
23.1.10 Theater im Bauturm, Köln
24.4.10 Theater Trier
spät. 30.6.10 Theater Erlangen
26.2.11 Rheinisches Landestheater Neuss"

Kommentare (2)

31. Mai 2009, 10:05
textler: drama goes videotext
endlich merkt es einer und benennt es auch: der videotext ist das coolste medium wo gibt. philipp löhle, genau! jetzt bräuchte es nur noch jemanden, der den videotext für die dramatik produktiv macht. das "drama goes videotext"-festival, das ist es, was uns fehlt.
31. Mai 2009, 11:05
videotext: her damit
wenn sich king löhle da mal nicht das feld für einen neuen flinken text frei schießt. nach dem sms-drama von laura de weck ist eine antwort mit videotext eigentlich fällig. gospodin, leg los.

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